Gstanzl und Wirtshauslieder
(als PDF-Dateien zum Downloaden)
Vierzeiler, Gstanzl, Schnaderhüpfl oder Trutzgsangl - damit sind all jene bekannten, gereimten und gesungenen Improvisationen gemeint, die als Ausdruck heiterer und ernster Vorgänge, Gemütsstimmungen, Lebensanschauungen und Schwächen des Menschen verwendet werden.
Ein echtes Gstanzl
Gstanzl mit ihren unzähligen Melodien leben vor allem vom Vortrag und erhalten den richtigen "Gschmåh" und die Würze erst durch den passenden gesanglichen Vortrag in der entsprechenen Situation.
An Gelegenheiten, Gstanzl entstehen zu lassen, fehlte es früher genauso wenig wie heute. Meist waren oder sind es Burschen und Männer, die diesen Stegreifgesang pfleg(t)en und ihn als Ausdruck ihrer übermütigen Kraft, ihres herausfordernden Witzes, ihrer Lebens- und Liebeslust, ihrer Spott- und Necksucht verwende(te)n.
Im Zuge der Emanzipation gibt es genügend weibliche Gstanzlsänger, die keine Scheu als Hochzeitslader oder beim An- und Aussingen kennen.
Einmal derb und hart, ein anderes mal zart und innig, wie man es nicht für möglich halten würde.
Eine kleine Auswahl von Gstanzl, wie sie die Auhäusler im Wirtshaus, bei Unterhaltungen oder sonst wo gerne singen:
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A frische Mass Bier
und a Trum Wurscht, wer a Kellnarin liabt, hat allweil an Durscht. |
A Dirndl a netts,
lusti und keck, mit an wunderschön Gspui, des is, was i wui. |
Aba Dirndl, sei gscheit,
liab an Buam, der di gfreit, liab an Buam mit an Geld, hast a Freid auf da Welt. |
Aba Dirndl sei gscheit,
tua di haltn an mi, wann die Donau austrickat, nacha kimm i um di! |
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Wann die Donau austrickat
und i bin net da, ja so woaßt as ganz gwiss, dass i an andere ha(b). |
Die Köchin bacht Krapfn
und soachts a weng an, aft werdns schen saftig und brennand net an. |
´s is nix so traurig
und is nix so betrüabt, als wann si a Tuschn in an Krautkopf verliabt. |
Beim Dirndl ihrn Fensta,
hab i umigschnagglt, hat a Katz außaglangt, hat mi einighagglt. |
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Unser alts Häuslwei,
die jammert schon lang allwei(l), weil da alt Häuslmann so gar nimma kann. |
Mittn auf da Straß
bleibt a Hochzeitauto stehn da steigt die Braut aus, weils as Wischerln muass gehn. |
S Dirndl vo Hohenzell
reckt d Haxn grad in d Höh springt eahm a Heuschreck drein mittn in d Rein. |
D Schmiedin mitm Hammer,
da Schmied mitm Stui, da Schmied kann net hammern, wann d Schmiedin net wui. |
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A Briaftraga und a Bettlwei
und da Teifi und da Nigolo san letzte Wocha af Eding ganga, sand heut nu net da |
A Sack voll alte Weiber,
Herr verzeih ma de Sünd, obn zuabindn, unt anzündn, und zuaschaun, wias brinnt |
S Dirndl hat "Juhe" gschrian,
"is denn koa Bua zum Kriagn? Is denn koa Bua so gscheit, der bei mir da bleibt?" |
Beim Dirndl ihrn Fenster
is a Raubvogelnest, und i trau mi net zuawa, die Luada sand bes. |
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A niglneuchs Häusl
und a niglneuchs Bett, und a nigleuchs Dirndl aba niedernagln derf is net. |
Gestern auf d Nacht
hab i lacha müassn, hab gmoant, i habs Mensch war aber Katz bein Füaßn. |
A Nudlwalker und a Schierhagl
und a Stallbesn mit an Stiel und a Dirndl mit a Hacknnasn dös is was fürs Gfühl. |
Und wann i beim Dirndl bin,
geht allweil gleiche Gspiel: sie hebt s Röckerl vors Gsicht und sagt: schaum mit so viel. |
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A Mistgabl zu an Lauskampl
und a Kuahkettn uman Hals, für so a saubers Dirndl, da kauf i halt alls |
I liab halt a Klosterfrau
über neun Stiagn, iazt kann mi da Höllteufi a nimma kriagn. |
Linz is a Stadtl,
und Wean is a Stadt, und z Linz essns s Bratl und z Wean an Salat. |
Und da Kellnerin ihr Zizziwischperl
und da Kellnerin ihr Kreidn da kann do koa Heiliger a Heiliger bleibn. |
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Die letzte Nach hab i "pstn" ghört
da druntn beim Zaun, und wanns nu amal "pstn" tuat, aft geh i abi as schaun. |
Da Lix und da Lenz
habn all s gleiche Mensch aba da Hias und da Lex habn alle Tag an andre Hex. |
A Schwalbn macht koan Summa,
zwoa Jungfraun koa Kind, hingegen bei zwoa Valiabte passiert so was ganz gschwind. |
Von fünfazwanz Nussn
und Dirndln hast ghört, sand zwölfe nix nutz und dreizehn nix wert. |
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Geh, dalkater Vata,
geh schimpf net auf d Letzt, gangst selber zum Dirndl, wanns d Muatta net hättst. |
Verliabt is der Gockel,
verliabt is die Laus, verliabt is der Regenwurm, nur grad i geh lar aus. |
Und die richtign Dirndln,
die toan halt so gern, und wia öfter dass toan, um so besser toans werdn. |
Und s Dirndl hat a Zidan
und da Bua hats net gwisst, bis dass er mitm Zithernschlüssl as Stimma kemma is. |
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Wann i amal greßa bin,
und nimma so kloa, aft geh i zu die Menscha as "psst" einitoan. |
Da drobm aufm Bergerl,
da steht ein Gerüst, da werdn die altn Weiber elektrisch geküsst. |
Die Äpfi sand saua
und d Zwetschkn sand siaß, ja s Dirndl hat Nasnbliatn zwischn die Fiaß. |
Muass i ma beim Hosntürl
a Gschlössl anschlagn, weil ma d Weiba, die Luada, allweil s Werkzeug vertragn. |
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S Dirndl hat z Wean studiert
und da Bua z Linz, und iatzt liegns im Bett beinadn und feiern Priminz. |
S Dirndl hat oani
wiar a Oachischüssl, und wann ma ihrs anrührt, aft soachts halt a bissal. |
Musikantn, blasts eini,
gehts krump oder grad, blasts den altn Dreck außi, dass wieda a neucha Platz hat. |
Ja d Mode is netta
wia s Wetta im April, amal habns schiagar koa Gwand an, und nachand wieda vü z vü |
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Wirtshauslieder
"Und im Wirtshaus kreuzlustig und in da Kira voll Schlaf"
Das Wirtshaus gilt seit eh und je als Treffpunkt der Menschen aus allen Gesellschaftsschichten, als Ort, der einerseits den Durst stillt und Gaumenfreuden beschert, aber auch als Ort, der zur Geselligkeit animiert.
Nicht umsonst wird das Wirtshaus auch vielfach als "Hochschule der Volksmusik" bezeichnet, also als Umschlagplatz für Lieder und Weisen aus dem Volk.
Das OÖ Volksliedwerk hat einen Versuch gestartet, lebendiges Singen und Musizieren mit Geselligkeit und Gastlichkeit unter einen Hut zu bringen. Die angeführte Auswahl an Liedern (zum Downloaden) soll einen Anstoß zum Miteinandersingen in geselliger Runde liefern, lautet doch die dritte Strophe der "Lustigen Eicht", unserer heimlichen Landeshymne:
"A frische Maß Bier
und an Foam an weißn,
heut gehn ma net hoam,
bis uns außischmeißn!"
Die angeführten Lieder sind aus dem Wirtshauslieder-Buch "Aufspieln und singa, essn und tringa!" - Lieder fürs und ums Wirtshaus zusammengestellt von Franz Meingassner und herausgegeben vom OÖ Volksliedwerk.
Mit "G" gekennzeichnete Lieder sind Gstanzlmelodien.
Die Notenblätter können einzeln als PDF-Dateien heruntergeladen werden. Dazu ist das Programm "Acrobat -Reader" notwendig.
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Dirndl Gstanzl - G
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Is des net die Hoblbank
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Lustig ist das Zigeunerleben
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Schnaderhüpfl - G
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Teifi-Gstanzl - G
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