Häusl(er)gschichtn
 

Da Gschwendner Hans fahrt als Musikant prinzipiell ohne Reisepass ins Ausland, weil eahm kennans eh überall.
Des kunnt a jeder sagn“, hat de Zöllner in Suben gmoant, wie da Gschwendi gsagt hat: „I hoaß Johann Gschwendner und kimm vo Hartkircha. Außerdem kinnans eh am Postn dort anrufn, wann sis net glaubn. Und was hoaßt, des kinnat a jeder vo sich behauptn.
Die Hälfte auf da Welt sand Chinesn, i ghör net dazua, a Drittl sand Neger und Indianer, zu die ghör i a net. ...“ Und so eindringlich hat er des alls dem Zöllner erklärt, dass der lacha hat miassn und deut hat, dass ma fahrn solln.

Die Auhäusler haben schon überall und zu allen Zeiten gespielt. Sie haben schon vor dem Büffet während des Büffets und nach dem Büffet gespielt. Hinter dem Büffet war eine Premiere und es gehört schon einen ganze Menge Beherrschung dazu, mitansehen zu müssen, wie die Gäste auf ihre Teller auflegen, was das Zeug hält und mit wässrigem Mund spielen zu müssen. Geschehen bei einer Spielerei anl. eines tollen Firmenjubiläums einer Pharma-Firma in der Schlosstaverne Ranshofen.
Die anschließenden Tanzrunden mit der VTG Natternbach und den Gästen entschädigte die Musikanten nach einer ordentlichen Stärkung.

Auf der Druschwoche am Stehrerhof 2002 in Neukirchen a. d. V. gab es am Sonntag Nachmittag eine Trachtenschau der Fa. Tostmann, moderiert durch die Chefin höchstpersönlich.
Die Vereinbarung lautete: "Wir spielen, wenn Gexi nicht spricht und spielen nicht, wenn sie spricht!" Die vollständige Ankleidung des ersten Modells auf dem Laufsteg dauerte relativ lange, was Franzi zum Ausspruch veranlasste: "S Rossangschirrn und s Weiberleutanziagn dauert halt sein Zeit!"
Darauf Gexi: "Entweder moderierts jetzt oder spielts!"
Wir taten zweiteres, und zwar sehr viel, denn Gexi war ausnahmsweise sehr sparsam in ihren Worten.

Beim Volkstanzfest in Aspach 2002 steht der Fröhliche Kreis auf dem Programm. Für die Tanzpaare stellt sich die Frage, ob sie einen oder zwei Kreise bilden sollen. Nachdem nach einer gewissen Zeit noch immer keine Lösung gefunden ist, wird es Gerhard G. zu bunt: "Stellts enk net so dumm an und stellts enk auf im Kroas im Viereck", ruft er den Wartenden zu und unmittelbar drauf haben sich eineinhalb Kreise gebildet und der Tanz kann beginnen.

Es muss schon ein komisches Bild für die Zuhörer gewesen sein, das sich ihnen bei der kleineren Veranstaltung am Freitag Abend im Rahmen der Neuöttinger Volksmusiktage 2002im Pfarrzentrum geboten hat. Im Hintergrund ein großes Kruzifix an der Wand, davor Gerhard und Franz von den Auhäuslern, die so manches semierotische Gstanzl zum Besten geben.

Ein Tanzfest, bei dem du erst um halb zehn zu spielen anfängst, ist mindestens so anstrengend wie eines, bei dem es gleich volle Wäsche los geht. So geschehen beim Tanzfest der Siebenbürger VTG Vöcklabruck anlässlich ihres 40jährigen Jubiläums.
Fazit: Wenn die Auhäusler so viel gespielt hätten, wie offizielle Reden geschwungen wurden, wären die Tänzer ordentlich ins Schwitzen gekommen, denn das flotte Tempo hat doch so manchem ordentlich den Schweiß auf die Stirn getrieben.

Bei einer der ersten Volksmusikabende im Rahmen der Neuöttinger Volksmusiktage, die der Wimmer Franz jedes Jahr veranstaltet, gingen die Musikanten nach der Veranstaltung zum Dörfl, zum Wirt, bei der nächsten zum Griechen, diesmal in die Pizzeria. Wenn das so weiter geht, müssten wir uns nach der nächsten Spielerei logischerweise beim Chinesen treffen.

Da Reinhard hat allweil gsagt, dass er zerscht d Sparkassenpriafung macha muass, dass dahoam zum Stadlbaun is, dann fahrt er auf Amerika und dann wird gheirat. Die drei erstn Sachn sand erledigt, die dritte steht nu aus.


Weil nach dreimaligem Versuch eines Vorspiels zu „Tauet Himmel den Gerechten“ das Volk beim Adventsingen in Neuötting immer noch gestreikt hat, mit dem Singen einzusetzen, hat da Franzi einfach eine Strophe solo gesungen.

Die andern haben spöttisch gemeint: „Frag halt zerscht genau, was dort wie gsunga und gspuit wird, aft kann dir so was net passiern! Außerdem hätt ma heut net so schlecht gspuit, aba du mit deinem Gsingat hast wieder alls zgrundgricht“

Bei den Fernsehaufnahmen ín Ohlsdorf hat da Gerhard ganz ernst gschaut. Hätte er nämlich gelächelt, wäre ihm seine perfekt weggeschminkte Fieberblase aufgesprungen.

Weil es uns bei einem Volksmusiknachmittag in drüber der Grenze überhaupt net gefalln hat, der Veranstalter und Sprecher hat gredt und elend lange Gedichtl vorglesn, habn die Auhäusler und eine weitere deprimierte Gruppe ganz einfach ihr Zeug zsampackt, sand zum Nachbarwirt ganga und haben dort aufgspielt. Und nach und nach sand die andern Musikanten a nachkemm. Und a gscheidi Gaudi is nu wordn.

In Thambach in Bayern war vor dem Volkstanzfest immer die Messe zu spielen. Der Bass war nur lückenhaft vorhanden. „Es is wirklich guat, dass es net öfter in da Kira zum spuin is, weil da is da Gschwendi allweil so nervös.“

„D Auhäusler sand recht z’strat (zerstreut)!“, auf die Frage, wo die Musikanten herkommen.

Für ein Tanzfest in Bayern hatte absolut kein Ziachspieler Zeit. Der letzte Ausweg – ein betagterer Akkordeonspieler aus der Kremsmünsterer Gegend. „Soll ich Teil übernehmen Teil?“, hat er allweil gfragt, wann bei den Klarinettisten schon überall die Luft ausgegangen ist. Jeder „übernommene“ Teil hat dann hübsch gleich geklungen, düdl düdl düdl.

Bei einer Veranstaltung wird ein Zuhörer ersucht, ein paar Fotos von den Auhäuslern zu machen. Das erschütternde Ergebnis: „Viel Hintergrund und wenig scharfe Musikanten, und die, die scharf waren, waren aäßerst verstümmelt, nämlich ohne Kopf!“

In einem 5 Sterne-Hotel am Gaisberg haben wir musikalisch nahezu schon geflüstert. Und obwohl es leiser fast nicht mehr ging, war es doch noch zu laut, besonders Herbert Hohensinn mit der Tuba, der nur playback gespielt hat.

Bei einer Musikantenhochzeit spielen die Auhäusler zum Mahl. Die nicht aufgespielt haben, erhalten gleich ihr Mahl, für die Musikanten bleibt nichts mehr übrig. „Guat dass da Gschwendi net mitgwesen is, sunst hätts wahrscheinlich an Mord gebn“, hat einer gemeint.

Als Herbert Sallinger ein paarmal mitgespielt hat, meint er: „Bei de mehran Musin sand d Spuileut allwei die gleichen, die andere Stückl spuin, bei a paar Musin wechseln d Musikanten und sie spuin allweil die gleichn Stückl. Netta bei die Auhäusler spuin allweil andere Musikanten allweil andere Stückl.“

 
A ganze Musikkapelln war einganga auf dem über 1 km langen Hochzeitszug vom Schloss Mühldorf in d Kira nach Pesenbach. Da Gramschi und da Franzi haben aber alle möglichen und unmöglichen Liada und Ohrwürma gspuit, genau a so, wias da Braut eingfalln is, denn die hat als oanzige an Plan ghabt, wias recht gwen is.
 
Bei einem Tanzfest im Casino in Baden war alles so richtig fein und jede Menge Leute. Alles so perfekt organisiert, dass keine freie Sekunde blieb. Kaum war der Tanz angespielt, hätte er auch schon wieder zu Ende sein sollen.

Und dann die kleinen Schnitzl, die im Magen drin noch gestaubt haben. Es bedurfte langer Überlegungen, ob in der Mitte durchschneiden oder als ganzes Stück essen. Und die Krönung war, dass uns die guat Nachspeise während wir gspuit haben, entweder zusammgessn oder wegtragen haben.